Die vielen durch die Projektarbeit von Novo Movimento gesäten Samen spriessen und gedeihen. Sie sind kleine Sprosse, verletzliche Pflänzchen. Und Novo Movimento ist die Brücke zwischen Menschen und Organisationen aus der Schweiz und Brasilien: ein kleiner Tropfen, der Leben ermöglicht, Hoffnung wagt und Perspektiven schafft. Trotz der Kleinheit des Tropfens ist er von grosser Bedeutung. Und Novo Movimento arbeitet immer daran, diesen kleinen Tropfen sicher zu den spriessenden Pflanzen der Projekte zu bringen, damit sie strategisch eingesetzt sind, Wirkung erreichen und Teil sind im Fluss des Wassers werdender Veränderungsprozesse.
Oft unterschätzen wir die Kraft der Tropfen. Vor allem im Kontext der grossen, globalen Krisen fühlen wir uns manchmal klein und machtlos, als stünden wir vor einem riesigen Granitblock. Doch auch dieser Block ist nichts anderes als das Ergebnis eines großen Zusammenspiels vieler kleiner Teilchen. Auf der Ebene, die wir sehen, scheint der Stein fest und unbeweglich. In Wirklichkeit bewegen sich seine Atome ständig, sie schwingen, suchen Gleichgewicht und verändern sich. Genauso mischen sich auch unsere kleinen Schritte — ein Tropfen, eine persönliche Haltung, eine gemeinsame Aktion oder ein wachsendes Netzwerk — in dieses Zusammenspiel ein. Jeder Beitrag beeinflusst das Ganze und formt die Gegenwart mit. Jeder strategisch genutzte Tropfen ermöglicht Wirksamkeit. „Die Welt ist ein Stoff, an dem wir täglich weben“, schreibt Olga Tokarczuk (Nobelpreisträgerin für Literatur, 2018). Jeder Faden, jeder Tropfen, jeder Schritt kann Wirklichkeit verändern. Gemeinsam suchen wir diesen Weg.

Dieses Jahr erwarten uns noch viele intensive Momente. Buiu hat bereits die Adventsaktion am 1. Advent in Winterthur angesprochen (Link). Im Oktober sind Wahlen in Brasilien und die fragile Demokratie versucht sich über Wasser zu halten. Im Moment steht es schlecht um die Familie Bolsonaro, sie sind bis über die Nase in Korruptionsskandale versunken. Damit stehen die Aussichten für Lula und die breite demokratische Allianz sehr gut und wir schauen zuversichtlich in die Zukunft.
Anfangs Dezember erwartet uns eine grosse, persönliche Herausforderung: zusammen mit der ganzen Familie kehren wir nach São Paulo zurück. Marcia wird in der Zirkusschule des Kinderrechtszentrum (Projekt Netzwerk Kinderrecht) mitarbeiten und ich werde die brasilianische Vereinigung sozialer Bewegungen unterstützen. So werden wir noch intensiver die Projektarbeit von Novo Movimento begleiten können. Wir freuen uns immens auf die neue Herausforderung! Dabei auf Eure Begleitung und Unterstützung zählen zu können, ist für uns ein riesiges Privileg. Wir danken Euch herzlich für die solidarische Nähe und die freundschaftliche Verbundenheit.
Beat Wehrle (tuto)

Bilder: Kinder und Jugendliche des Kinderrechtszentrums Interlagos und weiterer Partnerorganisationen machen auf die Kinderrechte aufmerksam: mit Rhythmus, Samba und viel Kreativität.